ZERNIKOW

 

 

Wenn man aus Gransee in Richtung Fürstenberg auf der Bundesstraße 96 fährt, dann ereicht man nach wenigen Kilometern den Abzweig nach Zernikow, einem kleinen märkischen Dorf, dem schon Theodor Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg ein Kapitel widmete.

1740 schenkte Friedrich II. seinem Kammerdiener und persönlichen Vertrauten Michael Gabriel Fredersdorff das Gut Zernikow. Dieser begann hier die Seidenraupenzucht. Eine für die Zucht angelegte Maulbeerbaumallee,  die sich vom östlichen Ortsausgang an der Straße nach Burow bis zur Zernikower Mühle im Polzowtal zieht, steht mit ihren heute 250jährigen Baumbestand unter Naturschutz. Insgesamt stehen noch 70 Exemplare der Art, dazwischen sind im Lauf der Zeit wild Robinien, Stieleichen, Eschen und Ahornbäume aufgewachsen. 15 Maulbeerbäume hat man nachgepflanzt.

 

Vorderansicht Gut Zernikow

Vorderansicht

Rückseite Gut Zernikow

Rückseite

Auch das Barockschloß von 1746, ein schlichter zweigeschossiger Putzbau, ist noch erhalten, wenn auch noch in einem sehr schlechten Zustand. Andere Gebäude des Gutshofes sind bereits besser hergerichtet, wie z.B. das Wirtschaftsgebäude. 

Wirtschaftsgebaeude auf dem Gut Zernikow

Wirtschaftsgebäude

 

Erbbegräbnis der Arnims in zernikow

 

 

Südlich der im Barockstil umgebauten Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert befindet sich das Erbbegräbnis, in dem Fredersdorff mit seiner Gattin Caroline beigesetzt ist. Auch Carolines Tochter aus zweiter Ehe, Amalie von Arnim (Mutter des Dichters Achim von Arnim), ist hier bestattet.

 

 

 

 

Der Dichter Achim von Arnim verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Zernikow. Hier schrieb er seine frühe Arbeit "Hollins Liebesleben". 

 

Clara von Arnim "der grüne Baum des Lebens"

 

Das Gut Zernikow blieb bis 1945 in Besitz der Familie von Arnim. Die letzten Gutsherren waren Friedmund von Arnim (ein Urenkel von Achim und Bettina von Arnim, der in Zernikow geboren wurde) und seine Frau Clara, die das Gutsleben sehr anschaulich in ihrem Buch "Der grüne Baum des Lebens" beschrieb.

 

 

Ein Sohn der beiden, der wie sein Urahn Achim von Arnim heißt und an der Friedhofsmauer neben dem Fredersdorffschen Erbbegräbnisses nach seinem Tode im Jahre 1997 beigesetzt wurde, gründete 1992 die Initiative Zernikow e.V. Er  wollte Gewesenes nicht wieder in Besitz nehmen, sondern das Erbe seiner Väter in Zernikow neuer Sinngebung zuführen. 

Nach der Renovierung wird das Gutshaus vermutlich so aussehen wie auf dem nebenstehenden Modell.

Modell des Gutshauses Zernikow

 

Die Kirche von Zernikow mit ihrer etwa 200 Jahre alten Innenausstattung

An der Kirche von Zernikow wurde seit ca. 200 Jahren nichts mehr gemacht, so daß man noch bis 2001 die Originalgestaltung vorfand, die aber natürlich im Laufe der Zeit sehr gelitten hatte und so aussah wie auf diesem Bild (zum Vergrößern bitte anklicken). Inzwischen ist sie renoviert. Nur war sie leider immer verschlossen, wenn wir am Wochenende dort waren, so daß wir ihre neue Pracht auch noch nicht kennen.

 

 

Stechlinsee

Ein lohnender Abstecher führt an den sagenumwobenen Stechlinsee, dessen "Roter Hahn" zuweilen wild aus den Tiefen des Sees emporsteigen soll.