IM ODERBRUCH

Am vorletzten Tag des vergangenen Jahres waren wir wieder einmal im Oderbruch unterwegs. Man fährt ca. 75 Minuten

bis dahin, und da will man sich schon einiges ansehen, wenn man einmal da ist.

Das Oderbruch ist die Landschaft entlang der Oder in Brandenburg und Polen, das Binnendelta der Oder. Es ist ca. 60 km lang und 12-20 km breit.

Der Preußenkönig Friedrich II. veranlasste die Trockenlegung und Eindeichung des Feuchtgebietes  (1747-1762) und veranlasste

die Besiedlung der angelegen Straßendörfer. Die Siedler wurden gezielt mit Vergünstigungen angeworben.

 

Als erstes suchten wir die Kirche in Frankenfelde, deren Turm über den Häusern zu sehen war. Wie alle anderen Kirchen, die wir noch sahen,

war sie geschlossen.

Sie ist aus dem 13. Jahrhundert, wurde im 15. Jahrhundert offensichtlich umgestaltet.

Der barocke Turm wurde 1776 angebaut.

 

 

 

 

 

 

 

Die nächste Station war Altreetz.

Die Kirche, 1828 eingeweiht nach 3 Vorgängerbauten, hatte viele lebende Tiere auf dem Turmdach:

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gab auch einen alten Brunnen und ein Landwarenhaus mit Bistro und einer kleinen (Krimi)Leihbücherei.

 

 

 

 

 

 

 Auch gab es Wiedersehen mit der aus Kindheitszeiten bekannten Feuerwarn-Sirene. Ob sie noch genutzt wird, weiß ich nicht.

 

 

 

Weiter ging es über Jäckelsbruch (das alte Schloss gibt es nicht mehr) nach Alttrebbin.

Das Oderbruch hat auch so einige Windräder...

 

 

 

Der bedrohliche Himmel hatte sich inzwischen verzogen und die Sonne zeigte sich für einige Zeit.

In Alttrebbin gefiel uns das alte Schul- und Bethaus (heute Gemeindezentrum) mit extra stehendem Glockenschauer.

 

 

 

Weiter ging es nach Neutrebbin mit der Schinkelkirche, dem Gemeindewappen und der Liebesinsel in einem kleinen Park.

 

 

 

 

 

 

 

Dorfansicht mit Misteln in den Bäumen...

 

 

 

 

 

Efeu auf der Friedhofsmauer an der Schinkelkirche

 

 

 

Die nächste Station war Wuschewier. Hier gibt es auch eine altes Schul- und Bethaus.

 

 

 

 

Bis 2012 gab es in diesem Haus ein Tabakmuseum. Jetzt sind hier Künstler eingezogen.

 

 

 

 

Im  Hof waren einige Arbeiten der Künstler zu sehen:

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Fahrt führte uns weiter durch die Landschaft, vorbei am ehemaligen „Dammkrug“.

Es ist ein Vorlaubenhaus mit Krüppelwalmdach. Heute ist es kein Gasthaus mehr, sondern wird privat genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Zuletzt halten wir in Kunersdorf.

Kunersdorf besaß im Jahre 1791 eine barocke Kirche, die 1945 infolge des Krieges stark beschädigt und später abgetragen wurde.

Die neue Kirche wurde von 1951 bis 1955 erbaut.

 

 

 

Zur Kirche gehört ein Friedhof mit Grabkolonnaden. Die Säulenkolonnade ist aus Marmor und besteht aus neun halbkreisförmigen Nischen,

in denen die Grabdenkmäler der Familien von Lestwitz und von Itzenplitz aufgestellt sind.

Einige Grabstellen stelle ich hier vor:

 

 

 

 

    

                      Maria Helena Gräfin von Itzenplitz                             Marianne Louise Emilie Amalie Gräfin von Itzenplitz

 

    

                   Henriette Charlotte Gräfin on Itzenplitz                    Peter Ludwig Friedrich Johann Alexander Graf von Itzenplitz

 

    

In der Nähe der Kirche gab es früher ein Schloss. Ende des 18. Jahrhunderts übernahm Helene Charlotte von Lestwitz

(Frau von Friedland) das Kunersdorfer Schloss mit den Friedländer Gütern und etablierte nach dem Vorbild Berliner Salons

ein Zentrum für Landwirtschafts- und Geisteswissenschaften.

Das Schloss gibt es nicht mehr, nur noch den kleinen Schlosspark mit dieser schönen Weide am Teich.

Ein Denkmal erinnert an die ehemalige Schlossherrin, welche „selbstständig, selbstbewusst und vorbildlich Ihre Friedländischen und

Cunersdorfschen Güter von 1789-1803 bewirtschaftete“.

 

 

 

 

Auch sie fand ihre letzte Ruhestätte in den Grabkolonnaden:

 

Helene Charlotte von Friedland, geb. von Lestwitz

 

 

Zum Abschluss aß ich in „Breiers Kräutergarten“ http://www.breiers-kraeutergarten.de/Start.html in Rathsdorf noch eine

wunderbare Möhren-Kokos-Suppe. Die brauchte ich u.a. auch zum Aufwärmen, denn es war verdammt kalt und regnerisch geworden.

 

 

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WOCHE 02/2013

 

Im Oderbruch

30.12.2012