IM KLOSTER NEUZELLE - ehemals Zisterziensterabtei

 

 

Katholische Stifts- und Klosterkirche St. Marien

 

Heinrich der Erlauchte, Markgraf der Lausitz, stiftete am 12. Oktober 1268 das Zisterziensterkloster Neuzelle

seiner gerade verstorbenen Gemahlin Agnes.

Die Mönche aus dem Kloster Altzella bei Meißen kamen 1280/81 an den neuen Ort, den der Orden aber als ungeeignet ansah.

In unmittelbarer Nähe trugen die Mönche einen Hügel ab und errichteten hier die heute noch vorhandene Klosteranlage.

Der Besitz wechselte im Laufe der Zeit immer wieder. Im 18.Jahrhundert begann die große barocke Bauperiode im Kloster.

1815 leitete Preußen die Aufhebung der ehemaligen Zisterziensterabtei ein. Das Kloster wurde 1817 aufgehoben.

Die Klosterkirche wurde der katholischen Gemeinde zur Nutzung gegeben.

An der Kreuzkirche wurde eine evangelische Gemeinde gegründet.

 

 

 

 

 

Wenn man die Kirche betritt, wird man staunen über den reichen Schmuck der Kirche.

Der Kirchenraum scheint uns mit der Fülle seiner Ausstattung zu überwältigen.

Es gibt neben dem Hochaltar zwei Nebenaltäre und 5 sichtbare Altarpaare (Kanzel eingeschlossen), die sich  wie Kulissen

 hintereinander schieben und kaum einen Blick in die Seitenschiffe zulassen. Insgesamt sind es 16 Altäre.

Der Hochaltar ist wie bei jeder anderen Zisterziensterkirche dem Geheimnis der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht.

 

 

 

Das Taufbecken

Christus und Johannes der Täufer auf der Bekrönung des Taufsteins

 

  

 

 

Reliquie am Jesu-Kind-Altar

 

Der Reliquienschrein am Jesu-Kind-Altar zeigt die Gebeine des hl. Floridus [in der Kartusche steht: S(anctus) Floridus M(artyrus) - hl. Martyrer Floridus],

ein Martyrer aus der Callixtuskatakombe in Rom, dessen Gebeine man um 1709 nach Neuzelle übertragen und im Altar sichtbar eingelassen hat.

Reliquien (vom lat. relinquere, zurücklassen) schlagen die Brücke hin nach Rom und zu den Martyrern des Anfangs, die uns heute Glaubende bei der Feier

der hl. Messe an dem Altar immer daran erinnern, dass wir mit unserem Glauben auf dem Glaubenszeugnis der Vorfahren aufbauen  und ihn selber auch weitertragen.

Dabei erbitten wir die Fürsprache der Heiligen. In jedem Altar einer katholischen Kirche  befindet sich ein solches Reliquiengrab. 

Bis heute wird der Brauch beibehalten, dass der Bischof bei der Weihe des Altares eine Reliquie feierlich beisetzt.

Je nach Gestaltung des Altares ist eine solche sichtbar wie hier und beim Hochaltar, bei den meisten jedoch nicht.

 

 

 

"Altar des göttlichen Kindes", nachempfunden dem Prager Jesulein.

 

Das Jesuskind wird immer eingekleidet wie die gotische Madonna am gegenüberliegenden "Marienaltar".

 

  

 

 

Marienaltar mit der gotischen Madonna (um 1470), die seit der Barockzeit öfter anders textil bekleidet wird.

 

 

 

In der Mitte des Kirchenraumes stehen auf der Nordseite die Kanzel und auf der Südseite der Tauf-Altar.

Beide wurden im Unterschied zu den übrigen Altären nicht aus Stuck, sondern aus Holz gefertigt und vergoldet. 

Genauere Details siehe:

https://klosterneuzelledotnet.wordpress.com/stiftskirche-st-marien-himmelfahrt/kanzel-und-taufaltar/

 

 

Details der Kanzel

 

Auf der Kanzelbrüstung sitzen die vier Evangelisten (Lukas, Johannes, Markus und Matthäus) mit Buch und Federkiel.

Sie lassen die Beine baumeln und werden jeweils von ihrem Symbol begleitet.

 

Links: Lukas mit Stier - rechts: Johannes mit Adler

 

 

 

von links: Markus mit Löwe, Lukas und Johannes

 

 

 

Detail am Kreuzaltar

 

Im Zentrum des Kreuz-Altars ist eine Kreuzigungsszene aufgebaut, die von Maria und Johannes begleitet wird.

Unter dem Gekreuzigten ist auf einem plastisch geformten Felsen ein Totenschädel mit gekreuzten Röhrenknochen, eine Schlange

und ein vergoldeter Apfel als Verweis auf den ersten Menschen Adam dargestellt.

 

 

 

Den einzelnen Altären wurden Betstühle zugeordnet, in unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich künstlerisch gestaltet,

in denen man so die hl. Messe am jeweiligen Altar mitfeiern konnte.

 

 

 

Eines der vielen Blumengestecke

 

 

 

Der Hochaltar

 

 

 

 

Abts-Thron am Hochaltar aus dem Jahr 1733

 

  

 

 

Ausschnitt vom Hochaltar:

 

Der neue Altar, im August 2014 eingeweiht mit einer Reliquie (einem Haar vom heiliggesprochenen Papst Johannes Paul II.),

 verschlossen mit einem Bergkristall, so dass die Reliquie gut sichtbar ist in der Mitte des Altars,

im Unterteil im gewölbten Teil, gleich neben den Blumen.

Dieser Altar war bisher nicht mehr als ein Steinblock, der aus Indien stammt, über Carrara in Italien nach Dresden kam, dort bearbeitet

und von Steinmetzen  in der Stiftskirche aufgebaut wurde. Erst durch die Weihe wurde er zum Altar. 

 

 

 

Figurengruppe am Hochaltar

 

Am Fuß des Hochaltars ist die Emausgruppe zu sehen. Die drei Personen gruppieren sich um den Tabernakel als ihren Tisch.

 

 

 

Wir sehen Jesus, der hinter dem Tabernakel sitzt. Er bricht das Brot und spricht den Segen.

Neben ihm sitzen zwei seiner Jünger, die Jesus in diesem Augenblick erkennen. 

 

 

 

Blick zur Orgel

 

 

 

Barocker Klostergarten

 

 

 

 

 

Orangerie (Café)

 

 

 

Blüten im gepflegten barocken Klostergarten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick vom Klostergarten auf die Katholische Stifts- und Klosterkirche St. Marien...

 

 

 

... und auf die evangelische Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz (Kreuzkirche)

 

 

 

 

Die beiden Kirchen kann man im Klosterteich gespiegelt sehen.

Diesmal war das Spiegelbild nicht vollständig zu sehen durch die Verschmutzungen im Wasser.

 

 

 

Deshalb noch ein Foto von 2014, als ich das Spiegelbild erstmalig fotografiert hatte:

 

 

 

 

 

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WOCHE 34/2017

Im Kloster Neuzelle

23.07.2017