Dieser Anblick wird sich Ihnen nie mehr in Natura bieten!

 

 

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Die Wissower Klinken

 

Dieses Foto entstand im Juni 2004.

 

In der Nacht zum 24. Februar 2005 hat die Rügener Kreideküste ein Wahrzeichen verloren: Die berühmten "Wissower Klinken" sind abgestürzt!

Zwei bis zu 20 m hohe Hauptzinnen der Kreide- formation sind nach Angaben des National- parktamts in die Tiefe gestürzt. Ursachen sind eiszeitliche Schichten, die auf die davor gelagerte Kreide extremen Druck ausüben.

Bei dem Abbruch wurden ersten Schätzungen zufolge rund 50.000

Kreide in die Ostsee gerissen. Wenige Tage zuvor waren an dieser Stelle schon einmal rund 1.000 m³ Kreide in die Tiefe gestürzt.

Die Kreideküste ist auch durch Werke des Malers Caspar David Friedrich bekannt. Doch laut Leiter des Nationalparkamts Rügen sind die "Wissower Klinken" nicht das Motiv für das berühmte Friedrich-Gemälde "Kreidefelsen auf Rügen". "Als Friedrich Anfang des 19. Jahrhunderts die Kreideküste besuchte und nach Motiven suchte, gab es die typische Zinnenformation noch gar nicht." Die jetzt verschwundenen Zacken seien erst in den letzten einhundert Jahren durch die Erosion geformt worden. Auch laut Michael Weigelt, Leiter des Nationalparks Jasmund, ist dies eine Legende. Die Wissower Klinken seien um 1818, als das Gemälde entstand, noch mit Bäumen und Gras bewachsen gewesen.

Das tatsächliche Motiv des Gemäldes existiert aber immer noch: wenige Kilometer nördlich der "Wissower Klinken" an der sogenannten Victoria-Sicht. 

(Dabei hatten wir, die wir bisher die Felsen am "Königsstuhl" für das Motiv hielten, uns eigentlich erst durch eine Ausstellung im Jagdschloß Granitz belehren lassen, daß genau diese "Wissower Klinken" das Motiv für Friedrichs Gemälde gewesen seien und hatten uns u.a. deshalb auf eine Wanderung dorthin begeben - was soll man also glauben? Nun, ob so oder so, beide sind sehr schön: das Gemälde und die "Wissower Klinken", wie wir sie gottlob noch im vorigen Jahr sahen.)

 

 

Hier noch ein Blick auf die Kreideküste mit den "Wissower Klinken" im Juni 2004