Die Insel Mandø

  eine Wattenmeerinsel in Dänemark

 

September 2002

      

Mandø ist eine nur 8 km2 kleine Insel in Dänemark. Es ist eine Marschinsel, umgeben von Sandwatten. Ein fast vollständig die Insel umgebender Deich schützt sie vor dem Meer. Sie ist eine der friedlichsten Inseln Dänemarks. Das liegt wohl vor allem daran, daß die Insel bei Gezeiten vom Festland abgeschnitten ist und daher vom Tourismus relativ unbehelligt bleibt. Trotzdem haben wir bei unserem Aufenthalt im September 2002 fast jeden Tag eine Menge Tagestouristen, die mit dem "Mandø Bussen" kamen, gesehen. Auch Schulklassen hatten anschauliche Unterrichtsstunden, vermutlich über das Wattenmeer.

Von Deutschland kommend erreicht man die Insel an der Nordseeseite auf der Straße Nr. 11. Wenn man an der Abfahrt zur wesentlich bekannteren und viel größeren Insel Rømø vorbei ist, fährt man weiter bis Vester Vedsted, dort biegt man links ab und folgt der Ausschilderung nach Mandø.

 

 

Schotterweg

Man kommt dann an den Låningsvejen, einen ca. 5,5 km langen Schotterweg, auf dem man bei Ebbe zur Insel fahren kann. Als Faustregel gilt, daß man 3 Stunden vor und nach dem höchsten Stand der Flut diesen Weg lieber meidet. Eine Gezeitentabelle, nach der man sich richten sollte, bekamen wir in Mandø bei unserer Ankunft, und auch in unserem Ferienhaus hing sie gut sichtbar in der Küche. Vor der Anreise hatten wir uns telefonisch nach den "Passierzeiten" erkundigt.

 

Etwas südlicher gelegen gibt es noch den Ebbevej, der mit Weidenbesen gekennzeichnet ist. Auf diesem Weg ist das Fahren allerdings verboten, man kann ihn nur zu Fuß benutzen. Wie auch der Schotterweg befinden sich auf diesem Weg immer noch Reste der letzten Flut, so daß man ihn nie ganz trockenen Fußes passieren wird.

Der Ebbevej

Nach einer lang erscheinenden Fahrt - man darf max. 25 km/h fahren und überschreitet die im eigenen Interesse wegen der vorhandenen Pfützen auch nicht - ist man endlich auf der Insel angelangt....

Auf Mandoe angekommen...

Zuerst kommt man nach Gammel (Alt) Mandø, wo einst das Dorf und die Kirche lagen, bis eine Sturmflut vor Jahrhunderten die Bewohner zwangen, zum jetzigen Ort zu ziehen. Die Insel bestand früher aus zwei Inseln und mehreren Holmen, und sie wurde erst durch den Deichbau Mitte der 30er Jahre zu einer Insel. 

 

Mando Bus

Aber auch mit diesem Gefährt, dem Mandø Bus (einem Traktorbus), kann man den Weg zwischen Festland und der Insel zurücklegen. Von Mai bis September gibt es mehrere Fahrten täglich, im Oktober einmal wöchentlich - und für Gruppen natürlich nach Absprache. Dieses Angebot wird hauptsächlich von Tagestouristen und z.B. Schulklassen angenommen,

Oft wird mit einem "Doppeldecker" gefahren, von dessen oberer Etage man natürlich einen besonders schönen Überblick hat. 

Die Fahrt dauert 35-45 Minuten. Der Bus fährt von Vester Vedstadt aus den knappen Kilometer durch die Marsch nach Westen und über den Deich.  

 

an den Duenen

an den Dünen

 

Mühle

Mühle

Mando Kro - die Gaststätte der Insel (hat auch Zimmer zur Übernachtung)

Mandø Kro

 

altes Kapitänshaus - heute Museum

Mandøhuset

 

 

Nach einer kurzen Fahrt über die Insel kommt man an der Mühle, dem Mandø Kro (Gaststätte) und dem Mandøhuset, einem alten Kapitänshaus (Museum) zum einzigen Kaufladen der Insel, dem Mandø Brugsen. 

Dort kann man alles für den täglichern Bedarf kaufen. Außerdem ist dort die Anlaufstelle für die Touristen, die ein Ferienhaus gemietet haben oder auf den Campingplatz wollen. Man erhält dort die Schlüssel und alle Informationen. 

 

 

Mando Brugsen - Einkaufsladen, Reisebüro-Außenstelle und Touristeninformation, Zentrum der Insel

Mandø Brugsen

 

Auf dem Weg zum Strand

überall Hagebutten...

Auf Mandø gibt es mehrere farblich gekennzeichnete Wanderwege (6 verschiedene Routen), auf denen man die gesamte Insel erschließen kann. Es leben nur ca. 70 ständige Bewohner auf der Insel. Ihre Anwesen und die nicht allzu zahlreichen Ferienhäuser unterstreichen die Idylle auf der Insel.  Man kann sich auch Fahrräder ausleihen und so die Insel erkunden, z.B. sie einmal umrunden. 

Mandø hat ein einzigartiges Vogelleben mit mehreren tausend Brutvogelpaaren, u.a. Austernfischern, Eiderenten, Seeschwalben und Strandläufer

 

Bei einem Ausflug ins Watt um Mandø kann man Schlickwürmer graben, Muscheln finden, Krabben fangen und in einem der vielen Priele - den Rinnen im Watt - baden. Dabei muß man jedoch immer den Gezeitenkalender beachten und bedenken, daß auch plötzlich Nebel aufziehen könnte.

Überall wachsen reichlich Hagebutten, und eine Familie bietet selbstgemachte Hagebutten-Konfitüre an, die ganz ausgezeichnet schmeckt.

Auf einem Pfad an der alten Rettungsstation vorbei gelangt man auf die Düne, zum Aussichtspunkt nach Westen. Von da hat man einen schönen Blick über das Meer und die Watten, besonders bei Sonnenuntergang. Am Fuße der Düne steht eine Sturmflutsäule. Dort sieht man die jeweiligen Höchststände der Sturmfluten. 1634 war die höchste, sie hatte das alte Mandø zerstört.

Im Süden der Insel befindet sich die Mandø Kirche von 1639 mit dem Friedhof.

Kirche von Mandoe

   Mandø Kirche

 

Schafe auf der Insel

Faules Schaf beim Fressen...

Auf dem Vorland der Insel, das durch den Deich von der Insel getrennt ist, aber auch auf der Insel, weiden Schafe. Manchmal fressen sie einfach im Liegen :-) 

Gern überqueren sie auch den Weg, wenn gerade Autos unterwegs sind. Viel Interessantes haben sie ja sonst nicht zu sehen.

 

Unsere stehs hungrige Katze...

Schafe im Weg...

 

Am Süddamm

die Neugierde der Kühe ...

Auch die Kühe kommen voller Neugier an, wenn man an ihren Weiden vorübergeht, und betrachten die Fremdlinge, welche ihr Gebiet betreten..

 

 

Eine Katze und ein Igel waren eine Woche lang unsere Begleiter. Die Katze machte laut schreiend auf sich und ihren Hunger aufmerksam, während der Igel in aller Stille am Abend die Reste der Katzenmahlzeit vergnüglich schmatzend verspeiste :-)

 

Der schlaue Igel :-)

 

Watt vor Mandoe

An einem Tag machte eine Schulklasse einen Ausflug auf die nicht weit von Mandø entfernt gelegene etwa 20 km2 große Sandinsel Koresand. Man bot uns an, an der Fahrt teilzunehmen. Mit einem Traktor mit Anhänger fuhren wir über das Watt hinaus zu dieser Insel. 

Auf dem Foto links hat man einen Blick vom Wattenmeer zurück auf die Insel Mandø.

Auf der Sandinsel Koresand

Auf Koresand findet man nichts als Sand und dazwischen etwas Wasser. Der Sand ist in Wellen zusammengeschoben (man sieht das auf dem rechten Foto sehr schön) und sehr hart, das spürt man beim Barfußlaufen manchmal recht schmerzhaft. 

Auf dieser Insel leben viele Seerobben. Wir sahen allerdings auch unterwegs einige verendete Robben, denn der Staupe-Virus forderte zu der Zeit überall an der Nordsee seine Opfer.

 

 

Zuletzt möchte ich erwähnen, daß sich ca. 25 km von Mandø entfernt auf dem Festland die älteste dänische Stadt RIBE befindet. Ein Besuch in dieser schönen alten Stadt lohnt sich auf alle Fälle. Die vielen kleinen alten und engen Gassen sollte man gesehen haben. Schon von weitem sichtbar ist der Kirchturm des Doms von Ribe und lockt in die Stadt.

Auch ein Besuch auf der nächsten (in Richtung Deutschland) gelegenen sehr viel größeren und für Touristen bestens erschlossenen Insel Rømø ist zu empfehlen. Allerdings ist es dort natürlich sehr viel lauter und voller als auf der idyllischen Insel Mandø.

 

 

Informationen zur Insel Mandø siehe auch:   http://www.mandoetourist.dk/